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Mi 16.05.2001
letzter Stand: 16.05.2001
 

Schröder: Zum Prinzip Verantwortung gehört nicht nur der Schutz von Embryonen

Die Biotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie dieses Jahrhunderts. Die Nutzung ihrer Potentiale ist eine Frage von hoher sozialethischer Verantwortung Auf diese ökonomische Dimension der Bioethik wird in der aktuellen Debatte um die Gentechnik viel zu wenig geachtet.

Auf diese Weise hat Bundeskanzler Gerhard Schröder in einer Rede beim Deutschen Sparkassentag am Mittwoch in München an das "Prinzip Verantwortung" erinnert - allerdings in einem wirklich umfassenden Sinn verstanden. Der Bundeskanzler sagte, moralisch ist es "eben nicht nur, über den Schutz von Embryonen nachzudenken. Moralisch ist es genauso, die vielen Menschen mit zum Teil schwersten Erkrankungen nicht zu vergessen, die um ihr Leben bangen und sich durch gentechnisch hergestellte Medikamente Heilung und Linderung erhoffen. Und schließlich gehört auch zu unserer moralischen Verantwortung, dass wir uns um Arbeit und Wohlstand kümmern. Denn die Würde des Menschen verwirklicht sich nun einmal in erster Linie in der gleichberechtigten Teilnahme und Teilhabe am Leben der Gesellschaft - und das heißt immer noch und vor allem: im Zugang zur Erwerbsarbeit."

In der Biotechnologie, so der Kanzler, konnte Deutschland seinen erst 1999 gewonnenen europäischen Spitzenplatz noch vor Großbritannien bei der Anzahl der Biotechnologie-Unternehmen weiter ausbauen. Mittlerweile kommen mehr als 20 Prozent der europäischen Biotechnologie-Firmen aus Deutschland. Und die Beschäftigung in diesem Sektor hat in nur einem Jahr um mehr als 30 Prozent auf nunmehr 11.000 Beschäftigte zugenommen.

Verantwortlich, so der Kanzler, sind wir immer auch für das, was wir unterlassen oder verhindern: "Und die ethischen Fragen in diesem Zusammenhang stellen sich nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa und sogar weltweit."
 

Quelle: Offizielle Homepage der Bundesregierung
            http://www.bundesregierung.de

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