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zum Nationalen Ethikrat

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Fr 30.11.2001

Nationaler Ethikrat spricht sich für den Import embryonaler Stammzellen aus

Der von der Bundesregierung eingesetzte Nationale Ethikrat hat sich mit einer knappen Mehrheit von 14 gegen 9 Stimmen für einen Import embryonaler Stammzellen ausgesprochen. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn begrüßte die Entscheidung des Ethikrates. Sie stelle eine abgewogene Position dar, die der Forschung den nötigen Raum gebe, die gleichzeitig aber auch eine klare ethische Grenze setze.

Der Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Spiros Simitis, wies auf einer Pressekonferenz am 29. November 2001 darauf hin, dass der Import mit strengen Auflagen verbunden sein sollte. Es dürften nur so genannte überzählige Stammzellen eingeführt werden, also solche, die bei einer künstlichen Befruchtung entstanden sind und nicht mehr für eine Übertragung in den Mutterleib infrage kommen. Damit soll verhindert werden, dass Stammzellen extra für Forschungszwecke hergestellt werden. Auch sollte das Paar, von dem Ei- und Samenzellen stammen, mit der Verwendung einverstanden sein und für diese nicht bezahlt werden. Der Nationale Ethikrat empfiehlt die Einrichtung einer Behörde, die kontrolliert, ob die Forscher diese Auflagen einhalten.

Die neun Gegner der Entscheidung hatten sich dafür ausgesprochen, bis Ende 2003 auf einen Import zu verzichten, um zunächst zu überprüfen, ob die angestrebten Ziele der biomedizinischen Forschung auch auf anderem Weg erreicht werden können. Diese Auffassung entspricht dem Votum der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages. Das aus Bundestagsabgeordneten und Sachverständigen bestehende Gremium hatte sich mit Zweidrittel-Mehrheit ebenfalls für ein derartiges Moratorium ausgesprochen.

Die Entscheidung über ein Verbot des Imports embryonaler Stammzellen wird der Bundestag vermutlich in seiner Sitzung am 30. Januar 2002 treffen. Nach derzeitiger Rechtslage ist die Herstellung solcher Zellen durch das Embryonenschutzgesetz verboten, nicht aber der Import. Derzeit sind bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft Anträge für Forschungsprojekte gestellt, in denen mit embryonaler Stammzellen gearbeitet werden soll. Über sie soll nach der Entscheidung des Deutschen Bundestages beschlossen werden.

Bundesforschungsministerin Bulmahn zum Import embryonaler Stammzellen
 
 

Quelle: Offizielle Homepage der Bundesregierung
            http://www.bundesregierung.de/top/dokumente/Artikel/ix_64052.htm?

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