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Mi 04.07.2001
letzter Stand: 05.07.2001
 

Bundeskanzler begrüßt die Zurückhaltung der DFG

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am gestrigen Dienstag beschlossen, die Entscheidung über einen Antrag von Wissenschaftlern der Universität Bonn zur Forschung mit embryonalen Stammzellen bis zum 7. Dezember zurückzustellen und auf der Basis der dann geltenden Rechtslage zu entscheiden. Dies sei eine "angemessene und vernünftige" Entscheidung gewesen, sagte Bundeskanzler Schröder in seiner Rede am 4. Juli bei der Jahresversammlung der DFG in Berlin. Es sei gut gewesen, dass die DFG nicht vorzeitig Fakten geschaffen habe, sondern zunächst dem Nationalen Ethikrat die Möglichkeit gelassen habe, eine Empfehlung zur Forschung an importierten embryonalen Stammzellen zu formulieren. Der Kanzler fügte aber ausdrücklich hinzu, dass bis Jahresende in dieser Frage entschieden werden müsse.

Der Beitrag der DFG zur Forschung in Biomedizin und Gentechnik sei von zentraler Bedeutung, sagte der Bundeskanzler in Berlin. Die DFG sei dieser Verantwortung mit ihrer umfassenden Stellungnahme zur Forschung an menschlichen Stammzellen nachgekommen. Wir bräuchten in dieser Frage eine offene und gewissenhafte Diskussion, sagte der Kanzler, wie sie in den vergangenen sechs Monaten bereits geführt worden ist. Im Kern dieser Diskussion gehe es doch um die Frage, wie eine Ethik des Heilens und Helfens mit der Achtung vor der Schöpfung und dem Schutz des Lebens in Einklang gebracht werden könne. Eine solche Diskussion, die an das Selbstverständnis des Menschen rührt, werde aber weder von einem Ethikrat, noch von moralischen, religiösen oder politischen Machtworten beendet werden könne.

Der Bundeskanzler sagte in diesem Zusammenhang, dass das Embryonenschutzgesetz - auf dessen Basis der Import embryonaler Stammzellen erlaubt ist - sich bewährt habe. Die Bundesregierung habe nicht vor, diesen Rechtszustand zu ändern. Damit sei für die Forschung eine hinreichende Sicherheit gegeben, die auch der Internationalität dieser Forschungen gerecht werde. Man werde vor einer rechtlichen Weiterentwicklung die Empfehlungen des Nationalen Ethikrates und der Enquete Kommission des Bundestages sorgfältig zu bedenken haben Doch man müsse wohl kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass ein Gesetz, das etwa einen ganzen Forschungszweig von vorn herein und umstandslos verbieten wollte, zum Scheitern verurteilt wäre, ergänzte der Kanzler. Er vertraue hier in die starke und gefestigte Werteordnung unserer Gesellschaft, die uns Entscheidungen ermöglichen werde, die die Erkenntnisse der modernen biowissenschaftlichen Forschung menschenwürdig nutzen werde.

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Quelle: Offizielle Homepage der Bundesregierung
            http://www.bundesregierung.de/dokumente/Artikel/ix_47416_1424.htm

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