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Interessengemeinschaft Kritische Bioethik Bayern

zum Nationalen Ethikrat

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Letzte Aktualisierung: 24.01.02

Prof. Dr. Jochen Taupitz

Prof. Dr. Jochen Taupitz, geboren 1953 in Detmold, wird seiner Biografie nach zu den Menschen gehören, dessen Meinung im Ethikrat Beachtung finden wird. Frei nach dem Motto: Wer so viele Ämter hat, der muss einfach gut sein. Zweifel an seiner Kompetenz werden wohl nicht zugelassen werden, und Argumente gegen ihn werden wohlüberlegt sein müssen. Somit dürfte ihm neben Winnacker im Ethikrat eine Schlüsselrolle zukommen.

Nachfolgend seine Biografie mit Hintergrundinfos

Von 1973 - 1978 studierte er Rechtswissenschaften in Göttingen, Freiburg und wieder Göttingen. 1981 erfolgte die Promotion, 1982 die Zweite juristische Staatsprüfung und 1988 die Habilitation
Seit Wintersemester 1989/90 ist er Ordinarius für Bürgerliches Recht, Zivilprozeßrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Mannheim

Seit 1996 ist er zudem Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe im Nebenamt sowie seit Oktober 1998 ferner Geschäftsführender Direktor des Instituts für Deutsches, Europäisches und Internationales Medizinrecht, Gesundheitsrecht und Bioethik der Universitäten Heidelberg und Mannheim

Außeruniversitäre Funktionen

Neben seinem Hauptberuf übt er zahlreiche außeruniversitäre Funktionen aus
So ist er

  • Vorstandsmitglied der "Zentralen Kommission zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Medizin und ihren Grenzgebieten" bei der Bundesärztekammer
  • Mitglied der Ethikkommission für die medizinische Fakultät der Universität Heidelberg
  • Mitglied der Verfahrenskommission des Arbeitskreises Medizinischer Ethik-Kommissionen in der Bundesrepublik Deutschland
  • Mitglied im Ausschuss für ethische und medizinisch-juristische Grundsatzfragen der Bundesärztekammer
  • Mitglied des Arbeitskreises "Prädiktive genetische Diagnostik" des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer
  • Mitglied der Senatskommission für Grundsatzfragen der Genforschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft
  • Mitglied der Arbeitsgruppe "Gesundheitsstandards" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • Mitglied des Kollegiums der Europäischen Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • Mitglied des erweiterten Vorstands der Zivilrechtslehrervereinigung
  • Vizepräsident der deutsch-koreanischen juristischen Gesellschaft

Forschungsschwerpunkte
Seine Forschungsschwerpunkte sind ebenso vielfälltig, wie seine Mitgliedschaften. Diese umfassen u.a.

  • Recht der freien Berufe
    insbesondere Grundfragen des Standesrechts und der Professionalisierung, Berufshaftungsrecht, Gesellschaftsrecht der freien Berufe
  • Medizinrecht, Gesundheitsrecht
  • Schutz des individuellen Selbstbestimmungs- und Persönlichkeitsrechts insbesondere im Arztrecht und bei der Bewältigung neuer Techniken
  • Europäisierung des Rechts / Rechtsangleichung in Europa Insbesondere Europäische Privatrechtsvereinheitlichung, Vereinheitlichung des Kollisionsrechts, Europäisches Zivilprozeßrecht

um nur die wichtigsten zu nennen ...

Insgesamt dürfte es wohl kein Thema der Bioethik geben, wozu er nicht schon Stellung bezogen oder Gutachten abgegeben hat.

Fortsetzung folgt nach weiteren Recherchen...

 

Gesammelte Texte zu Jochen Taupitz

Das Ende der Vielfalt
Von Jan Oliver Löfken
Unser Leben wird sich in den nächsten Dekaden fundamentaler verändern als in den 1000 Jahren vorher: Schon im Embryo werden Erbfehler und Krankheiten korrigiert. Folgen dann körperliche Attribute, die Intelligenz und das Verhalten?"
DIE WELT 27.06.00
Anmerkung: Hier kommt auch Taupitz sehr ausführlich zum Thema Gentests zu Wort.

Jura-Professor sieht keinen Grund, auf Gentests zu verzichten
Köln (zel). Ein Verbot der Nutzung von Gentests hätte besonders für die Krankenversicherer weitreichende Folgen, da es sie benachteiligen würde. So argumentierte der Heidelberger Jurist und Bioethik-Spezialist Professor Jochen Taupitz auf einer Veranstaltung der Kölnischen Rückversicherung.
Ärzte Zeitung, 04.07.2000

Das Leben und andere Kleinigkeiten - Drei Fragen an den Nationalen Ethikrat
Eine SZ-Befragung unter allen 25 Mitgliedern sollte Klarheit darüber bringen, ob sich, wie von vielen Kritikern befürchtet, bereits jetzt in entscheidenden Punkten ideologische Fronten innerhalb des Ethikrates gebildet haben. Ein Schwerpunkt wurde bei der Embryonenforschung gesetzt. Wir fragten aber auch dezidiert nach dem Zeitpunkt des Beginns von menschlichem Leben. Elf Ethikräte erklärten sich bereit, konkret zu den folgenden drei Fragekomplexen Stellung zu nehmen:
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01

Jochen Taupitz - Die Spielräume der Verfassung
Stellungnahmen zu den drei Fragen der Süddeutschen Zeitung vom 30.05.01
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01

"Ein Importverbot wäre verfassungswidrig"
Der Jurist und Bioethiker Jochen Taupitz hält die Gewinnung von embryonalen Stammzellen in Deutschland für legitim
Von Hans Schuh & Martin Spiewak (Gesprächsführung)
DIE ZEIT 28/2001 vom 05.07.01

Import menschlicher embryonaler Stammzellen - Export der Moral?
Über den Import menschlicher embryonaler Stammzellen wird zur Zeit heftig diskutiert. Ist er verboten? Gehört er verboten? Besteht im Embryonenschutzgesetz eine Lücke, die so schnell wie möglich zu schließen ist?
Von Jochen Taupitz
DIE ZEIT 28/2001 vom 05.07.01

"Verbotene Früchte"
SPIEGEL-Forum an der Uni Bonn am 6. November zum Thema: "Stammzellen aus Embryonen - Rohstoff für die Zukunft?"
SPIEGEL 03.12.01
Anmerkung: Mit Brüstle, Taupitz, Clement u.a., sehr lesenswert!
 

Sonstiges:

http://wierum.uni-mannheim.de/i3v/00032900/00582310/01042791.htm
Die Forschungsprojekte von Prof. Taupitz

http://www.uni-mannheim.de/fakul/jura/ls/taupitz/framepubliktau.htm
Hier gibt es die gesammelten Publikationen von Taupitz

http://www.uni-mannheim.de/fakul/jura/ls/taupitz/mitarbeiter/taupitz.htm
Informationen zu Prof. Dr. Jochen Taupitz auf der Homepage seines Lehrstuhls

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