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Interessengemeinschaft Kritische Bioethik Bayern

zum Nationalen Ethikrat

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Letzte Aktualisierung: 24.01.02

PD Dr. Bettina Schöne-Seifert

Lebenslauf

  • Studium der Humanmedizin in Freiburg, Göttingen und Wien.
  • Ärztliche Approbation und medizinische Promotion (MPI für experimentelle Medizin, Göttingen).
  • Postdoc-Zeit und Aufbaustudium Philosophie/ Medizinethik an der Georgetown University/ Washington DC.
  • Ausbildungsstipendium Medizinethik des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.
  • 1990- 1996 Assistentin am Philosophischen Seminar der Univ. Göttingen (Lehrstuhl Prof. Lorenz Krüger).
  • 1994 - 95 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
  • 1997 –2000 Mitarbeiterin an der Arbeits- und Forschungsstelle Ethik der Univ. Zürich (Leiter Prof. Anton Leist) im Rahmen eines Nationalfonds-Projekts zur Psychiatrischen Ethik.
  • Nov. 2000: Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen (Habil-Schrift: "Moderate Konsequentialistische Ethik. Theoretische Eingrenzungen und eine Anwendung für die norrmative Regelung von Patientenaufklärung").

Arbeitsgebiete:

Ihre Arbeitsgebiete umfassen die Bereiche Medizinethik, Grundlagenfragen der Ethik, Normative Ethik und Angewandte Ethik.

Interessen:

Ihre Interessenschwerpunkte liegen auf der Theoretischen Philosophie (Metaphysik, Handlungstheorie, Philosophie des Geistes, Erkenntnistheorie), der Politischen Philosophie und Wissenschaftstheorie.

Gegenwärtige Kommissionsarbeit

  • Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation an der Niedersächsischen Ärztekammer (seit März 1995)
  • Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS)
    Anmerkung des Webmasters: Diese umstrittene Organisation befürwortet aktive Sterbehilfe!
  • Mitglied der "Senatskommission für Grundsatzfragen der Gentechnologie" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (seit Jan. 2000)
  • Mitglied der Arbeitsgruppe "Stammzellforschung" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (seit Mai 2000)

Quelle: http://www.unics.uni-hannover.de/zeww/pub.bss.html

Anmerkung: Dort gibt es auch noch eine Liste mit ihren Publikationen, die hier ausgespart werden.
 

Antworten auf bioethische Fragen

Die Medizinerin und Privatdozentin für Philosophie am Zentrum für Wissenschaftstheorie und -ethik in Hannover, Bettina Schöne-Seifert (44), war eine von zwei Frauen bei einem Gespräch mit Bundeskanzler Schröder am Abend des 8. März, zu dem er Sie mit einer Reihe "gesellschaftlicher Persönlichkeiten" eingeladen hatte. Bei diesem Treffen ging es um Fragen der Bioethik und der Gentechnik. Die Leute dieser Gesprächsrunde gelten laut Zeitungsmeldungen in Insiderkreisen als der "harte Kern" des Nationalen Ethikrats.

Zwei Wochen vorher nahm sie Nida Rümelin öffentlich in Schutz und fand es "bedrückend, wenn etwa behauptet wird, Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin sei moralisch untragbar, oder das Britische Ober- wie Unterhaus hätten sich "ins Abseits der europäischen Wertegemeinschaft" katapultiert (Abgeordneter Hubert Hüppe)." (Die Zeit" Nr 9/2001)

Sie dürfte mit Ihren Aussagen zum Embryonenschutz und zum Therapeutischen Klonen wohl unzweifelhaft zu den fortschrittsfreundlichen Mitgliedern im Ethikrat gehören.

So plädierte Sie in einem Beitrag für die Wochenzeitung "Die Zeit" Nr 9/2001 für eine offene Debatte über die "verbrauchende Embryronenforschung". Sie ist für eine Gesetzesänderung nach englischem Vorbild und die Forschung an Embryonen "angesichts der zahlreichen verheerenden Krankheiten, um deren Linderung es geht" ist ein ethisches Postulat.

Die Frist von zwei Wochen nach der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle , wie sie auch das britische Parlament kürzlich billigte, hält Sie als Obergrenze jeglicher Embryronenforschung für akzeptabel "Ein kompromissloser Lebensschutz für frühe menschliche Embryonen lässt sich auch für die Forschung nicht begründen", so Bettina Schöne Seifert in "Die Zeit". Sie stellt den Schutz des Embryo vor diesem Zeitpunkt für höherrangige Güter zur Disposition.

Die Medizinerin und Philosophin meint zwar, dass es umstritten sei, "ob die Hoffnungen, mithilfe von Stammzellen die Möglichkeiten des therapeutischen Zell- und Gewebeersatzes zu revolutionieren, auch ohne Embryonalzellen, mithilfe der Stammzellen von Erwachsenen, erfüllt werden könnten. Doch würde der vielleicht nur vorübergehende embryonale Weg den Erkenntnisprozess zumindest beschleunigen, wenn nicht überhaupt erst ermöglichen. Angesichts der zahlreichen verheerenden Krankheiten, um deren Linderung es ginge, ist das Anlass genug, die Statusfrage zu stellen. Die Frage, ob dem Embryo Menschenwürde zukommt oder nicht, ist dabei nicht primär."

Wen die kompletten Aussagen von ihr interessieren, dem empfehle ich den vollständigen Artikel in der ZEIT 9/2001 (siehe unten)

Quelle: Mitteilung der Bundesregierung 09.03.01, DIE ZEIT 9/2001

 

Kontaktadresse

Frau
PD Dr. Bettina Schöne-Seifert
Universität Hannover
Zentrale Einrichtung für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsethik
Oeltzenstraße 9
30169 Hannover

 

Gesammelte Texte zu Bettina Schöne-Seifert

Von Anfang an?
Ein kompromissloser Lebensschutz für frühe menschliche Embryonen lässt sich auch für die Forschung nicht begründen
Von Bettina Schöne-Seifert
DIE ZEIT 09/2001

Nationaler Ethikrat - Ein buntes Molekül für den Kanzler
Von Ulrike Baureithel
Sie halte die "Aussonderung genetisch schwer belasteter Frühembryonen für kein moralisches Vergehen" und auch "das therapeutische Klonen" für unverzichtbar, erklärte die Medizinerin und Wissenschaftsethikerin Bettina Schöne-Seifert kürzlich in der Hannoverschen Allgemeinen.
FREITAG 19/01 vom 04.05.01

"Eine Ehre und Herausforderung"
Mit diesem Anruf hatte Bettina Schöne-Seifert nicht gerechnet: Am anderen Ende der Leitung war ein Mitarbeiter des Bundeskanzleramtes und fragte, ob sie in dem von Gerhard Schröder geplanten Nationalen Ethikrat mitarbeiten wolle. Die Medizinerin und Philosophin überlegte nicht lange.
HANNOVERSCHE ALLGEMEINE 15.05.01

Das Leben und andere Kleinigkeiten - Drei Fragen an den Nationalen Ethikrat
Eine SZ-Befragung unter allen 25 Mitgliedern sollte Klarheit darüber bringen, ob sich, wie von vielen Kritikern befürchtet, bereits jetzt in entscheidenden Punkten ideologische Fronten innerhalb des Ethikrates gebildet haben. Ein Schwerpunkt wurde bei der Embryonenforschung gesetzt. Wir fragten aber auch dezidiert nach dem Zeitpunkt des Beginns von menschlichem Leben. Elf Ethikräte erklärten sich bereit, konkret zu den folgenden drei Fragekomplexen Stellung zu nehmen:
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01

Bettina Schöne-Seifert - Unter sensiblen Menschen
Stellungnahmen zu den drei Fragen der Süddeutschen Zeitung vom 30.05.01
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01

Im Dickicht der Regularien
Der Kompromiss zum Stammzellimport droht zum Blockade-Instrument zu werden
Von Bettina Schöne-Seifert
Bettina Schöne-Seifert ist Mitglied im Ethikrat und gehört zu den Importbefürwortern
DIE ZEIT 04/2002 vom 17.01.02
Anmerkung: Unbedingt lesen!

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