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Interessengemeinschaft Kritische Bioethik Bayern

zum Nationalen Ethikrat

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Letzte Aktualisierung: 24.01.02

Prof. Dr. Eve-Marie Engels

Prof. Dr. Eve-Marie Engels (50) ist examinierte, promovierte und habilitierte Philosophin und seit 1996 Inhaberin des ersten Lehrstuhls für Ethik in den Biowissenschaften an der Fakultät für Biologie an der Universität Tübingen. Sie ist im Nationalen Ethikrat Repräsentantin des dortigen "Interfakultäre Zentrum für Ethik in den Wissenschaften" (IZEW) und erhielt den Vorzug vor dem katholischen Sozialethiker Dietmar Mieth, dem Sprecher und Begründer des IZEW.

Des weiteren gehört sie auch dem Ethikbeirat des Internationalen Human-Genom-Projekts und dem Kuratorium der Akademie für Technikfolgenabschätzung des Landes Baden-Württemberg an.

Vor zwei Jahren äußerte sich Prof. Dr. Engels laut FAZ mit Skepsis zur Frage, ob sich ein Konsens über die Schutzwürdigkeit eines Embryos im Sinn eines strikten Tötungsverbots herstellen lasse.

In der Diskussion über den moralischen Status von Embryronen verwies auch sie auf den unterschiedlichen strafrechtlichen Schutz menschlichen Lebens, wie er in der Diskrepanz zwischen dem Embryronenschutzgesetz und der "vergleichsweise liberalen" Praxis des Abtreibungsrechts sichtbar wird.

Sie gab allerdings auch zu bedenken, dass "die in unserer Gesellschaft zu beobachtende, weitverbreitete Bereitschaft zum Schwangerschaftsabbruch bei gleichzeitiger Forderung höchst aufwendiger Verfahren zur Herbeiführung von Schwangerschaft, möglichst mit der Garantie, gesunden Nachwuchs zur Welt zu bringen" zu der Vermutung Anlaß gäbe, "dass hier ein Kind und dementsprechend auch das ungeborene Leben nicht als Subjekt, sondern als Objekt gesellschaftlicher Verfügbarkeit betrachtet wird."

Des weiteren sagt sie laut Spiegel vom 14.05.01, dass es keine ethische und moralische Verpflichtung gäbe, Embryonen für therapeutische Zwecke zu opfern. Deshalb empfiehlt sie Brüstle und seinen Mitstreitern, lieber "nach weniger problematischen Quellen" von Stammzellen zu suchen.

Quellen: FAZ 10.05.01, Spiegel 14.05.01 und andere (siehe unten)

 

Kontaktadresse

Frau
Prof. Dr. Eve-Marie Engels
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Fakultät für Biologie
Lehrstuhl für Ethik in den Biowissenschaften
Sigwartstraße 20
72076 Tübingen

Tel.: 07071 / 29 77191
Fax: 07071 / 922873
E-Mail: eve-marie.engels@uni-tuebingen.de

http://www.uni-tuebingen.de/bioethik/index.htm

 

Gesammelte Texte zu Prof. Dr. Eve-Marie Engels

Das Leben und andere Kleinigkeiten - Drei Fragen an den Nationalen Ethikrat
Eine SZ-Befragung unter allen 25 Mitgliedern sollte Klarheit darüber bringen, ob sich, wie von vielen Kritikern befürchtet, bereits jetzt in entscheidenden Punkten ideologische Fronten innerhalb des Ethikrates gebildet haben. Ein Schwerpunkt wurde bei der Embryonenforschung gesetzt. Wir fragten aber auch dezidiert nach dem Zeitpunkt des Beginns von menschlichem Leben. Elf Ethikräte erklärten sich bereit, konkret zu den folgenden drei Fragekomplexen Stellung zu nehmen:
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01

Eve-Marie Engels - Rette, wer kann
Stellungnahmen zu den drei Fragen der Süddeutschen Zeitung vom 30.05.01
SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 30.05.01

Über das neue Menschenbild - ZDF.MSNBC-Interview mit Ethik-Professorin Eve-Marie Engels zur Stammzellenforschung
Von Tina Engemann
Die Ethik-Professorin Eve-Marie Engels ist Mitglied im umstrittenen Nationalen Ethikrat. Engels wirbt für eine breitere und differenzierte Debatte über die Gentechnik und macht deutlich: Es stehen Entscheidungen an, die einen Einfluss auf unser Menschenbild haben werden. Es geht um die grundsätzliche Weichenstellung im künftigen Umgang mit Leben.
ZDF 06.06.01

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